Hilden – eine Stadt zwischen Geschichte, Kultur und Natur

Auch letzten Freitag war ich wieder vertrieblich in Sachen RetterPlus unterwegs, und nachdem ich letzte Woche erst in Ratingen, dann in Kaiserswerth und danach in Uerdingen war, führte mich mein Weg gestern zunächst nach Hilden. Und da ich schon einmal da war und eh mitten in der Stadt unterwegs war, habe ich auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit „mitgenommen“.

Hilden ist eine Stadt im Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen und liegt zwischen Düsseldorf und dem Bergischen Land. Obwohl Hilden auf den ersten Blick wie eine typische Stadt des Rheinlandes wirkt, besitzt sie eine bemerkenswerte Mischung aus Geschichte, Kultur und Natur. Historische Gebäude, lebendige Plätze, Museen und weitläufige Grünanlagen machen Hilden zu einem abwechslungsreichen Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.

Die Geschichte Hildens reicht weit zurück. Erste Siedlungsspuren in der Umgebung lassen sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. Im Mittelalter entwickelte sich die Gegend weiter und wurde schließlich zu einem wichtigen Siedlungsraum. Die Stadt selbst erhielt 1861 die Stadtrechte. Besonders die Industrialisierung und das Wachstum im 19. Jahrhundert prägten das heutige Stadtbild. Noch heute finden sich in der Innenstadt zahlreiche Gebäude, die von dieser Entwicklung erzählen.

Ein bedeutender Anziehungspunkt ist die Reformationskirche am Alten Markt. Sie gehört zu den ältesten und wichtigsten historischen Bauwerken der Stadt. In ihrer Umgebung befinden sich weitere Zeugnisse der Hildener Vergangenheit. Der Alte Markt bildet zugleich einen Mittelpunkt des städtischen Lebens. Gastronomie und Außengastronomie sorgen dafür, dass der historische Platz nicht nur für Besucher, sondern auch für die Bewohner ein beliebter Treffpunkt ist.

Wie man unschwer erkennen kann, gibt es hier im Sommer auch jede Menge beliebte Außengastronomie im Schatten der Kirche und der alten Fachwerkhäuser.

Bruchsteinmauerwerk trifft auf altes Fachwerk. Leider war die Kirche geschlossen und ich konnte sie mir nicht von innen anschauen.

Dafür gab es aber diesen schönen Blick in einen Hof zwischen den Fachwerkhäusern mit Weinreben und natürlich ebenfalls einer gastronomischen Nutzung.

Interessant ist auch das folgende Haus, bei dem man eine – heute nun auch schon historische – Fassade vor das eigentliche Fachwerkhaus gesetzt hat.

Wie gesagt: Auch die historischen Fachwerkhäuser sind sehenswert. Dazu gehören beispielsweise das Haus auf der Bech, das Kückeshaus und das Haus zum Schwanen. Sie erinnern an die ältere Baugeschichte Hildens und vermitteln einen Eindruck davon, wie Teile der Stadt in früheren Jahrhunderten ausgesehen haben. Ein Spaziergang durch die Innenstadt wird dadurch gleichzeitig zu einer kleinen Reise durch die Stadtgeschichte. Der Landschaftsverband Rheinland führt einen rund 2,8 Kilometer langen historischen Rundgang durch Hilden, auf dem zahlreiche solcher Sehenswürdigkeiten miteinander verbunden werden.

Ein weiterer wichtiger Ort ist das Wilhelm-Fabry-Museum. Es erinnert an Wilhelm Fabry, einen bedeutenden Chirurgen des 17. Jahrhunderts, der mit Hilden verbunden ist. Das Museum gehört zu den kulturellen Einrichtungen, die die Geschichte der Stadt für Besucher anschaulich machen. In Verbindung mit historischen Gebäuden und weiteren kulturellen Angeboten zeigt sich hier, dass Hilden seine Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv vermittelt.

Neben den historischen Sehenswürdigkeiten besitzt Hilden eine besondere Stärke im Bereich Natur und Erholung. Der Hildener Stadtwald erstreckt sich über ungefähr 430 Hektar und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge, Wanderungen, Radtouren und andere Freizeitaktivitäten. Rund 30 Kilometer Wanderwege und zwölf Kilometer Reitwege führen durch das Gebiet. Außerdem gibt es Laufstrecken, Spielplätze und weitere Freizeitangebote. Teile des Stadtwaldes stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz. Dadurch ist der Wald nicht nur ein Erholungsgebiet, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Eine besondere Sehenswürdigkeit im Stadtwald ist der Jaberg mit seinem Aussichtsturm. Der Jaberg erreicht eine Höhe von etwa 106 Metern. Der Aussichtsturm bietet Besuchern die Möglichkeit, die Umgebung aus einer erhöhten Perspektive zu betrachten. Damit verbindet dieser Ort Naturerlebnis und Aussicht auf eine besondere Weise.

Auch innerhalb des Stadtgebietes gibt es grüne Erholungsorte. Der Stadtpark Hilden lädt mit seinem Teich, einer Minigolfanlage, einem Bouleplatz und einem Spielplatz zum Verweilen ein. Besonders für Familien und Menschen, die eine kurze Auszeit vom städtischen Alltag suchen, ist der Park ein beliebtes Ziel.

Eine weitere Besonderheit ist das Holterhöfchen. Dort treffen Freizeit, Bildung und Geschichte aufeinander. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem eine archäologische Ausgrabungsstätte mit einer frühmittelalterlichen Ringwallanlage. Dadurch wird deutlich, dass Hildens Geschichte nicht nur in Museen und historischen Häusern zu finden ist, sondern auch direkt in der Landschaft.

Hilden bietet darüber hinaus zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Ausstellungen, Konzerte, Theater, Märkte und Stadtfeste gehören zum kulturellen Leben der Stadt. Veranstaltungen wie das Hildener Bürgerfestival oder der Künstlermarkt schaffen Möglichkeiten zur Begegnung und tragen dazu bei, dass Hilden trotz seiner überschaubaren Größe ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot besitzt.

Insgesamt zeichnet sich Hilden vor allem durch die Verbindung verschiedener Elemente aus. Historische Fachwerkhäuser und Kirchen erzählen von der Vergangenheit, Museen und kulturelle Veranstaltungen machen Geschichte und Gegenwart erlebbar, während Stadtpark und Stadtwald Raum für Erholung bieten. Gerade diese Mischung macht Hilden interessant: Die Stadt ist weder ausschließlich historischer Ort noch reine Wohn- und Einkaufsstadt, sondern verbindet unterschiedliche Facetten des städtischen Lebens.

Wer Hilden besucht, kann deshalb auf engem Raum verschiedene Eindrücke sammeln. Ein Spaziergang durch die Innenstadt führt zu historischen Gebäuden und Plätzen, während ein Ausflug in den Stadtwald einen deutlichen Wechsel zur Natur ermöglicht. Hilden zeigt damit beispielhaft, wie sich Geschichte, Kultur und Natur innerhalb einer modernen Stadt miteinander verbinden lassen. Gerade diese Vielfalt macht die Stadt zu einem sehenswerten Ort im Rheinland.

Bilder: jhmc