Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden

Ja, ich weiß. Der Titel des Blogbeitrags, gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden, passt sicherlich nicht ganz zur aktuellen Nachrichtenlage und im Business läuft ja bekanntlich auch nicht immer alles rund. Viel zu oft passieren unschöne Dinge, auf die man nur bedingt oder vielleicht auch gar keinen Einfluss hat. Und spätestens wenn im WhatsApp-Status jemand aus dem Bekanntenkreis Bilder teilt, die nahelegen, wer wen gegebenenfalls mal sonstwo kann, fragt man sich, ob es eigentlich gar keine positiven Nachrichten mehr gibt.

Doch eine liebe Freundin hat mir einen Block mit lauter positiven Sprüchen geschenkt. Es gibt einen positiven Spruch für jeden Tag des Jahres und heute stand dort:

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden. Ich finde, das ist eine gute Einstellung, um in einen Tag zu starten. Klar, nicht jeder Tag verläuft positiv, aber sollte man nicht zumindest mit einer positiven Einstellung den Tag beginnen? Irgendwie geht doch dann auch die Arbeit besser von der Hand.

Auch Google ist übrigens der Meinung, dass der Satz Mark Twain zugeschrieben wird und die KI liefert gleich noch den Hinweis, man solle mehr auf die kleinen Dinge bzw. kleinen positiven Momente achten. Weiter soll man jeden Tag mit der Einstellung beginnen, etwas neues zu entdecken oder zu lernen und man soll offen für Begegnungen sein und neuen Kontakten oder Impulsen faire Chancen geben.

Interessanterweise ist da tatsächlich etwas dran. Denn wenn man nicht zwischendurch mal irgendwie runter kommt, ist es schwierig, Tag für Tag Höchstleistungen zu erbringen. Und sind es nicht tatsächlich die vermeintlich kleinen Dinge, die eigentlich die ganz großen Momente sind? Ein Abend mit guten Freunden, ein gemeinsames Konzerterlebnis oder vielleicht tatsächlich nur ein guter Espresso vor dem nächsten Meeting – manchmal scheint es, als hätten viele in einer reizüberfluteten Welt verlernt, ein wenig auf sich selbst und andere zu achten.

Und was mache ich, um zwischen Meetings und Projekten immer mal wieder die Batterien aufzuladen? Nun, dass ich vor einiger Zeit nach Gruiten gezogen bin, hat sicherlich auch damit zu tun. Viele gute Freunde, ein berüchtigter Partykeller, die schönen alten Fachwerkhäuser in Gruiten-Dorf und die Natur vor der Haustür sind sicherlich schon einmal eine gute Mixtur, wenn es darum geht, aus kleinen Dingen ganz große Momente zu machen.

Ansonsten verreise ich gerne, aber ohne viel Schickimicki. Ich laufe lieber den ganzen Tag durch die Stadt und schaue mir die Sehenswürdigkeiten an. So wie auf dem folgenden Bild, als ich Teile der HafenCity in Hamburg mit der Elbphilharmonie im Hintergrund in diesem schönen Abendlicht erleben durfte.

Abends gab es dann noch ein hervorragendes Essen in Hamburgs berühmten Portugiesenviertel. Viele kleine schöne Momente machten dann in der Summe den Tag wirklich perfekt.

Der kurze Besuch in Hamburg war übrigens nur ein Zwischenstopp von Freitagabend bis Sonntagmorgen, denn danach ging es für eine Woche nach Amrum. Klar, das ist Nordsee und das Wetter kann friesisch herb werden, auch wenn dieser einer Bierwerbung zugeschriebene Spruch eigentlich zu Ostfriesland und nicht wie Amrum zu Nordfriesland gehört. Aber zur Nordsee gehört friesisch herbes Wetter einfach dazu.

Amrum ist übrigens genau richtig, wenn man mal richtig runterkommen will. Immerhin wirbt die Insel damit, keinen Golfplatz zu haben. Stattdessen gibt es jede Menge Natur: Den Kniepsand, der einer der breitesten Strände Europas ist, einen riesigen Dünengürtel, Wald und natürlich auch die ruhige Wattseite. Zwischendurch gibt es noch schöne und gemütliche Dörfer mit herrlichen alten Friesenhäusern und da bereits die Überfahrt mit der Fähre knapp zwei Stunden dauert, ist bestens dafür gesorgt, dass man mal komplett entschleunigen kann.

Die langen Wanderungen können auf jeden Fall total entschleunigen und die Kulisse ist einfach nur Nordsee vom Feinsten. Meist wandert man auf Bohlenwegen durch die Dünen. Nur hier, wo diese Bilder entstanden sind, haben die Erbauer der Bohlenwege irgendwann aufgegeben. Denn der Bohlenweg ist mittlerweile tief im Sand der Dünen vergraben und so ist dies einer der wenigen Orte, an denen man durch den Sand der Dünen laufen darf, die ansonsten streng geschützt sind.

Faszinierend und irgendwie auch total beruhigend ist das ewige und sich immer wieder verändernde Spiel aus Wasser, Wolken und Licht. Die Flut gräbt kleine Priele in den Kniepsand und bei ablaufendem Wasser spiegeln sich die Wolken.

Und zu einer ausgedehnten Wanderung gehört dann auch immer mal wieder ein kulinarischer Stopp zu einem „Zwischenfisch“ und einem (oder vielleicht auch mehreren) leckeren Bierchen.

Zugegeben: Selbst im Urlaub holt mich immer wieder die Arbeit ein. Das ist eben doch nicht immer zu vermeiden. Immerhin aber ist der Arbeitsplatz auf diesem Bild schöner als jedes Büro. 🙂

Und nach dem Telefonat ging die Wanderung ja auch weiter und ich habe auch diesem Tag eine echte Chance gegeben, der schönste meines Lebens zu werden. Und gibt es nicht auch auf der Arbeit viele kleine Momente, die das Leben lebenswert machen?

Bilder: jhmc